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Im Jahre 1007 wird erstmals urkundlich ein Graf Adalbert im Radenzgau genannt, der als Vorfahr der Grafen von Abenberg gilt. Deren Herkunft ist trotz intensiver Forschungen bis heute nicht eindeutig geklärt. Jedenfalls erscheinen zu Beginn des 11. Jhdts "neue Männer" auf der politischen Bühne, die Guttenberg [Guttenberg 1927] mit dem Aufstand des Markgrafen Heinrich von Schweinfurt in Zusammenhang bringt. Dieser rebellierte 1003 gegen König Heinrich II., was dieser mit dem Entzug aller Ämter ahndete. Die Ämter mußten nun neu an Vertraute vergeben werden. Als neu eingesetzter Lehensgraf im Radenzgau erscheint jetzt dieser Graf Adalbert I. (nachgewiesen 1007-1035). Sein Enkel Adalbert III. und dessen Sohn Adalbert IV. werden im ausgehenden 11. Jhdt bzw. im ersten Drittel des 12. Jhdts in der gleichen Stellung genannt.
   Der andere, durch Adalberts Bruder Otto I. gegründete Zweig der Abenberger Familie hatte beinahe ununterbrochen das Amt eines Hochstiftsvogtes von Bamberg inne. Einige von ihnen sind auch als Vögte des Klosters Banz belegt. Da geistlichen Würdenträgern nach dem Kirchenrecht die Ausübung weltlicher Gerichtsbarkeit untersagt ist, wurde diese Aufgabe durch Vögte wahrgenommen, ein Amt, das zur faktischen Verfügung über Territorien und damit zu großer politischer Macht führen konnte.
   Beide Linien der Abenberger Grafenfamilie treten als Klostergründer auf. Adalbert IV. legte mit dem Verkauf eines Gutes bei Heilsbronn "zweifellos die eigentliche materielle Grundlage für das neue Kloster" [Eigler 1990]. Rapoto I. gründete um 1140 in Abenberg ein Kloster unterhalb der Burg bei Sankt Jakob, dessen Stiftung jedoch von seinem Sohn erfolgreich angefochten wurde.
   Im ausgehenden 12. Jhdt erscheint mit Friedrich II. der letzte Abenberger Graf. Er nahm 1189/90 am 3. Kreuzzug des Stauferkaisers Friedrich Barbarossa teil. Kurz vorher verpfändet er seine Vogteirechte, vielleicht um seine Kreuzfahrt finanzieren zu können. Er fand bei dem Minnesänger Tannhäuser Nachruhm als "jugendlicher Held von Abenberc". 1192 bis 1199 erscheint er wieder in Urkunden, die im Jahr 1199 enden. Mit ihm scheint das Geschlecht der Abenberger im Mannesstamm erloschen zu sein [Korn 1995]. Text aus Parzival
Abb. 5: Parzival V, 227, 8-16
   Um 1200 fielen somit die Abenberger Besitzungen als Erbe an die Hohenzoller Burggrafen von Nürnberg. Eine Tochter Rapotos II., Hildegard, war nämlich mit dem Nürnberger Burggrafen Konrad III. von Raabs verheiratet; deren Tochter Sophia heiratete den ersten zollerischen Burggrafen Friedrich I. Wolfram von Eschenbach, der sich viel auf Burg Abenberg aufgehalten und dort wohl bessere Zeiten erlebt hatte, beklagt in seinem um 1205 verfaßten "Parzival", daß auf der Gralsburg ebenso wie auf dem verwahrlosten Anger zu Abenberg keine Turniere mehr stattfinden.
   Damit endet die Geschichte der Abenberger Grafen, die im 11. und 12. Jhdt. zu einer der mächtigsten Familien des Reiches aufstiegen und in deren Reihen sich Bischöfe von Salzburg und Würzburg finden.
 
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