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Wanderbeschreibung
Wanderkarte
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Unter den hochadligen Geschlechtern, die vermutlich von noch älteren Hochadelssippen aus dem frühen Mittelalter abstammen, bildet sich im Hochmittelalter eine weitere Schicht heraus, die der Reichsministerialen [Bosl 1941, Bosl 1981].
   Ursprünglich sind dies unfreie Gefolgsleute des Königs, die von ihm mit Verwaltungsaufgaben, z.B. von Königsgut, betraut werden. Durch ihre persönliche Verpflichtung versucht das Königtum, sich vom hohen Adel und der Reichskirche unabhängig zu machen und aus eigenen Machtmitteln einen institutionell organisierten, territorialen Königsstaat aufzubauen. Besonders die späten Salier- und frühen Stauferkaiser stützen sich im 12. Jhdt. sehr stark auf diesen Stand; er stellt die Verwalter des königlichen Besitzes und der staufischen Reichsländer vom Schwäbischen über Franken bis hinüber ins Egerland und Vogtland [Bosl 1941].
   Durch ihren besonders gehobenen Berufsdienst gelingt es ihnen, politisch und gesellschaftlich aufzusteigen, was zu schweren Konflikten mit den alten Hochadelsfamilien führt. Ein Beispiel dafür ist die Ermordung des staufischen (von Ministerialen gestützten) Königs Philipp von Schwaben 1208 durch Otto von Wittelsbach (einen Angehörigen des Hochadels). Es gelang den Ministerialen im Laufe des Hochmittelalters, ihren Besitz erblich zu erhalten, und in weiten Bereichen an die Stelle der großen weltlichen und geistlichen Herren, wenn auch mit geringerer Macht, zu treten.
   Da Franken reich an Königsgut war, entstehen hier viele ritterliche Herrschaften, die den Grund für die territoriale Zersplitterung Frankens bis zum Beginn des 19. Jhdts. legen. Da die Ritter, im Dienste des Königs oder zur Herrschaft über ihr eigenes Territorium, eine Vielzahl von Ansitzen und Burgen anlegten, ist unser heutiges Wandergebiet von einem dichten Netz von Burgruinen überzogen (vgl. die Karte weiter vorne). Teilweise wurden die Burgen wieder aufgegeben und verfielen, teilweise kamen sie in den Besitz von Territorialherren und dienten dann als Pflegämter der Territorialverwaltung oder wurden zu Schlössern ausgebaut, die letzten verfielen oder wurden zerstört, als sie mit der Säkularisation in den Besitz des bayerischen Staates kamen.
 
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