Pappenheim und der Weinberg bei Treuchtlingen

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Die Frühgeschichte
Treuchtlingen
Der Weinberg bei Treuchtlingen
Exkurs in Geologie
Der Aufstieg zur Alb
Die Stadt Pappenheim
Die Burg Pappenheim
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Die Reichserbmarschälle
Die Alte Bürg
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Wanderbeschreibung
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Die Marschälle von Pappenheim

Wappen der Marschälle von Pappenheim am Alten SchloßAls erstes Familienmitglied historisch bezeugt ist 1101 Konrad, der Marschall Heinrichs IV. im 1. Kreuzzug. Ursprünglich wohl als Ministeriale im Besitz des Fronhofs in der heutigen Stadt als Dienstlehen für ihr Reichsamt, gelang es ihnen besonders unter den Saliern und Staufern, ihren Besitz beträchtlich zu erweitern. Heinrich Testa war Marschall Kaiser Friedrich Barbarossas, Heinrich von Kalentin-Pappenheim (+ 1214) Erzieher dreier Stauferkönige, ein machtvoller Politiker und Feldherr.

Aus dem ursprünglich unfreien Ministerialenstand hervorgegangen, gerieten die Pappenheim immer wieder in die Auseinandersetzungen zwischen dem Uradel und den aufstrebenden Ministerialen, die diesen zu verdrängen begannen. Das zeigt sich z. B.in der Rolle Heinrich von Kalentins bei der Verfolgung des Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach, des Mörders Philipps von Schwaben 1208.

Das Amt des Marschalls war ursprünglich eines der Verwaltungsämter am karolingischen Hofe, zuständig für die königlichen Pferdeställe. Daraus erwuchs dem Marschall im Frieden die Aufgabe, für die Sicherheit und das Wohl des Königs zu sorgen, die Organisation der Reisen und der Reichstage zu übernehmen und dort die Gerichtsbarkeit auszuüben. Er überbrachte dem neugewählten König die Nachricht von der Wahl und die Reichsfahne. Im Krieg ist er teils selbst Heerführer, teils eine Art "Chef des Generalstabes" mit Zuständigkeit für alle Fragen der Logistik. Aus dieser zentralen Bedeutung resultieren auch die Spekulationen, ob die Reichskleinodien zeitweise auf der Burg aufbewahrt wurden [Kraft 1959].

Kraft führt auch den bekannten Satz "Ich kenne meine Pappenheimer" auf die Funktion des Marschallamts zurück, da dessen Fallknechte bei den Reichstagen in Nürnberg für die sanitären Verhältnisse, insbesondere die Kanalreinigung, zuständig waren.

Mit der Goldenen Bulle sank die tatsächliche Bedeutung dieses Amtes und es wurde immer mehr zu einer zeremoniellen Funktion, je mehr die reale Macht im Deutschen Reich in die Hände der Landesfürsten gelangte.

 
 
 
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