Deocar - der dritte Stadtheilige Nürnbergs

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Wanderbeschreibung
Wanderkarte
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Wer weiß schon, daß Nürnberg neben den Heiligen Sebald und Lorenz noch einen dritten Stadtheiligen hatte, den heiligen Deocar? Unsere heutige Wanderung führt uns zu der Stätte seines Wirkens, nach Herrieden.
Die Gründung des Ortes an einem strategisch wichtigen Altmühlübergang geht vermutlich auf einen fränkischen Königshof zurück. In der zweiten Hälfte des 8. Jh. wird hier ein Kloster gegründet, die Keimzelle des späteren Stifts. Karl der Große ernennt den fränkischen Adligen Deocar zum ersten Abt, und dieser dient ihm noch in vielen politischen Missionen. Unter einem seiner Nachfolger kommt das Kloster an Eichstätt, das in Zukunft sein Schicksal bestimmt; Deocar wird zu einem der Heiligen des Bistums.
Im Jahre 1316 belagert, erobert und zerstört Kaiser Ludwig der Bayer Herrieden, und zum Dank für die Hilfe der Stadt Nürnberg schenkt er ihr einen großen Teil der Reliquien des Hl. Deocar. Zu seinen Ehren wird in der Lorenzkirche der heute noch vorhandene Deocaraltar gestiftet, und die rasch einsetzende Wallfahrt liefert die Einnahmen zum Bau des großartigen spätgotischen Hallenchors.
In Herrieden erinnert an den Heiligen noch der spätgotische Deocarschrein in der Stiftskirche St. Vitus und St. Deocar und der moderne Deocarbrunnen vor der Kirche. Im Laufe seiner Geschichte wurde Herrieden durch Brand mehrfach zerstört. So ist etwa die Stiftskirche innen barockisiert und die Pfarrkirche St. Martin vor den Toren der Stadt ein Barockbau. Ein besonderes Kleinod ist die neu restaurierte barocke Holzdecke in der Frauenkirche. Die Kanonikerhäuser um den Herrenhof erinnern an die Zeit unter dem Bistum Eichstätt, als Herrieden sogar eine Zeitlang Residenz des Bischofs war.
Doch auch das Mittelalter hat sich erhalten, so in der Fronveste und in dem Wahrzeichen Herriedens, dem Storchenturm mit der Altmühlbrücke, der ältesten urkundlich erwähnten Brücke Mittelfrankens.
Auf dem Weg nach Herrieden kommen wir an einem mittelalterlichen Burgstall vorbei, und der Rückweg führt uns durch das wunderschöne Tal des Dombachs dicht vor den Toren Ansbachs.
So führt uns diese zugegeben etwas längere Wanderung quer durch die Geschichte Frankens zu einem in Nürnberg fast vergessenen Stadtheiligen. Und wer die Wanderung abkürzen will, kann von Herrieden den Bus nach Hause nehmen oder die Besichtigung mit einem kurzen Spaziergang zur nächsten Bushaltestelle abschließen.
Damit Sie die Wanderung auch selbst machen können, finden Sie am Schluß eine Beschreibung des Weges und eine Wanderkarte.
 
 
 
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