Deocar - der dritte Stadtheilige Nürnbergs

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Die Stadtbrände

Die Stadt wurde mehrfach von Brandkatastrophen heimgesucht, auf deren Brandschichten man heute noch bei Erdarbeiten trifft. Von der Belagerung durch Kaiser Ludwig den Bayern haben wir ja bereits gehört. Bereits damals war die Stadt etwa so groß wie heute innerhalb der Stadtmauer, nur die Burg lag außerhalb. 1490 brannte nach einem Blitzschlag wiederum fast die gesamte Stadt ab.

Die letzte Katastrophe ereignete sich 1633: Truppen unter dem protestantischen Herzog Bernhard von Weimar belagerten die Stadt. Diese hoffte auf Entsatz durch den bayerischen General Jan de Werth und lehnte die Kapitulation ab, dabei wurde ein protestantischer Parlamentär erschossen. Daraufhin nahmen die Protestanten die Stadt nach heftigem Beschuß ein, plünderten und zerstörten weite Teile. Als Jan de Werth anrückte, zogen sie sich nach heftigem Kampf zurück, wobei noch die Martinskirche in Flammen aufging [Herrieden 1982].

Das barocke Herrieden

So ist das heutige Stadtbild wesentlich geprägt von Bauten des Barock [Kunstdenkmäler 1979] unter der Herrschaft des Bistums Eichstätt, dessen Bischof Martin von Eyb seinen Sitz 1703-1704 während des Spanischen Erbfolgekriegs hierher verlegte. An der Stelle der heutigen Sparkasse befand sich bis 1983 der Gasthof zum Hirschen, von wo aus der Bischof sein Bistum regierte.

Residenz des StiftsdechantenDas Bild um den Herrnhof hinter der Kirche wird heute bestimmt von den barocken Wohnungen der Chorherren, hier steht u.a. die Residenz des Stiftsdechanten nach Plänen von Gabriel de Gabrieli mit Innenausstattung von Maurizio Pedetti.

Residenz des Stiftsdechanten

GabrielihausWohnung des StiftsprobstsDas sog Gabrielihaus war ursprünglich fürstbischöfliches Amtshaus, die zentrale Verwaltungsstelle im Herrieden des 18. Jh.

Wohnung des Stiftsprobsts
und Frauenkirche

Das mittelalterliche Herrieden

Um 1492 wurde der Amts- und Wohnsitz des Stiftsprobstes erbaut, er enthält heute die Stadtbibliothek, im Hintergrund die Frauenkirche.

StadtschloßFronvesteDas Stadtschloß ging vermutlich aus einer Turmhügelburg hervor und ist 1122 urkundlich erwähnt, zunächst als Sitz der Herren von Herrieden. 1316 von den Truppen Kaiser Ludwigs zerstört, von den Eichstätter Bischöfen 1342 und nach dem Brand von 1490 wiederaufgebaut, wurde es 1633 erneut zerstört. Einige Bauteile, so das Torhaus, blieben erhalten. Der Wiederaufbau im späten 17. Jh. erfolgte als Brauerei, heute ist es Privatbesitz.

Stadtschloß

Von der mittelalterlichen Befestigung erhalten ist neben Teilen von Mauer und Wehrgang die "Fronveste", ein ursprünglich viereckiger Turm der Stadtmauer, der im ersten Drittel des 15. Jh. durch einen halbrunden Vorbau gegen Artilleriebeschuß verstärkt wurde.

Altmühlbrücke mit StorchenturmDer Storchenturm [Kunstdenkmäler 1979] wurde 1340 unter Bischof Schenk von Reicheneck wieder aufgebaut und ist mit seinem Storchennest heute das Wahrzeichen Herriedens. Die Altmühlbrücke ist die älteste urkundlich belegte Brücke Mittelfrankens, sie wird 836 anläßlich einer Überführung von Reliquien genannt. Der heutige Bau stammt aus dem Jahre 1711.

Altmühlbrücke mit Storchenturm

Über die Stadt gäbe es noch viel zu erzählen, eine eingehende Besichtigung lohnt sich auf jeden Fall, dazu gibt es einen hübschen Prospekt [Herrieden o.J.], herausgegeben von der Stadt Herrieden, aus dem ich mit Genehmigung der Stadt den folgenden Plan (91 kB) entnommen habe.