Einführung
Der Anfang der Geschichte
Der Burgstall von Lampersdorf
Die frühe Burg
Die Festung
Die Herren von Stein
Die Ministerialen
Die Hedwigsbecher
Der Ort Hilpoltstein
Baiern, Nürnberg ...
... und Pfalz-Neuburg
Literatur
Wanderbeschreibung
Wanderkarte
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Unsere heutige Wanderung scheint auf den ersten Blick wenig mit der Feier zum 950jährigen Stadtjubiläum Nürnbergs zu tun zu haben. Sie beginnt in Allersberg und führt nach Hilpoltstein, beides Orte, die man eher mit den bayerischen Wittelsbachern verbindet.

   Hilpoltstein und Allersberg liegen an einer alten Handelsstraße, die noch bis ins 19. Jh. große Bedeutung hatte und schon im frühen Mittelalter von zahlreichen Befestigungen gesichert wurde. Einem solchen Turmhügel begegnen wir in Lampersdorf, er war vielleicht der Stammsitz der späteren Herren von Stein, einem weiteren im Wald kurz vor Heuberg.

   Nach den Ausgrabungen, die bei der durchgreifenden Sanierung der Burg von 1988 bis 1995 durchgeführt wurden, muß die Geschichte von Stadt und Burg Hilpoltstein neu geschrieben werden. Der erste Bau einer Burg muß jetzt bis in die Zeit der Ungarneinfälle im 10. Jh. zurückdatiert werden, bis 1220/30 war bereits eine mächtige Burganlage entstanden. Interessant der damalige Zugang zur Burg, der durch den Felsen erfolgte.

   1254 ist als erster der Herren von Stein der Reichsministeriale Heinrich als Reichsbutigler in Nürnberg belegt. Die Kernburg hatte damals im wesentlichen schon den heutigen Umfang. Der Butigler war der oberste Vertreter des Königs in Franken und hatte weitreichende Befugnisse. Heinrich betrieb eine geschickte Familienpolitik, seine Nachfahren waren mit wichtigen Geschlechtern Frankens verwandt und hatten hohe Ämter in Baiern inne.

   Die große Bedeutung Hilpoltsteins läßt sich auch aus anderem Fundmaterial ermessen: Von hier stammen Fragmente dreier sog. Hedwigsbecher, orientalischer geschliffener Glasbecher des 11. Jh., die bisher nur aus hochadligem Milieu bekannt sind.

   Auch die Geschichte des Orts Hilpoltstein reicht weiter zurück als bisher angenommen: bereits die Burg des frühen 11. Jhs. war von einer Siedlung umgeben, die mit einer Holz-Erde-Befestigung umwehrt war. Bis 1220/30 wurde sie erheblich erweitert und mit einer Steinmauer umgeben. Aus dieser Zeit stammen auch die Fundamente von Steinhäusern, zwei solcher Keller sind unter dem Gasthaus Schwarzes Roß erhalten. Dort wurde auch erstmals in Deutschland eine gut erhaltene Brauerei des 16. Jh. ausgegraben.

   Nach dem Aussterben der Herren von Stein fiel Hilpoltstein an Baiern, damals wurde der große Traidkasten, heute Haus des Gastes, auf der Burg erbaut. Doch der hochverschuldete Ottheinrich muß Hilpoltstein an Nürnberg verpfänden, und so kommt für 36 Jahre nochmals eine Verbindung mit der Reichsstadt zustande. Danach fällt Hilpoltstein erneut an Pfalz-Neuburg zurück, und erlebt noch einmal eine große Zeit, als Dorothea Maria im Jahre 1606 hier für 33 Jahre ihren Witwensitz hat. In Erinnerung an sie feiert Hilpoltstein alljährlich am ersten Sonntag im August sein Burgfest.

Demnächst werden wir dann die Wanderung fortsetzen nach Heideck und zum Schloßberg, den wir schon vom Burgturm aus in der Ferne sehen konnten.

 
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