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Der Ort Hilpoltstein

Die Burg der Bauphase 2 (11./frühes 12. Jh.) war bereits von einer Burgsiedlung umgeben, die mit einem 20-25 m breiten Stadtgraben und einer wohl in Holz-Erde-Bauweise errichteten Umwehrung befestigt war [Platz 1996]. Der Graben wurde bei Leitungsarbeiten am Markt in der Nähe des Gasthauses "Schwarzes Roß" angeschnitten.

Stadtplan von Hilpoltstein
Stadtplan von Hilpoltstein, eingezeichnet
die Lage der Befestigung vor 1150 [Platz 1992a]

   In Bauphase 3 (vor 1220/30) wurde die Stadtfläche deutlich nach Süden erweitert, die neue Stadtbefestigung bestand wieder aus Graben und Erdwall, auf dem eine hölzerne Brustwehr zu rekonstruieren ist. Jetzt entstand das heute noch vorhandene Straßennetz der Stadt, ebenso die Parzellierung, die sich bis heute nur in wenigen Fällen geändert hat.

   In diese Zeit fällt auch der Bau eines Gewölbekellers unter dem "Schwarzen Roß" aus sorgfältig bearbeiteten und sauber versetzten Quadern [Platz 1996]. Darüber erhob sich ein Steingebäude mit einer Gewölbetonne im Erdgeschoß, wohl ein Steinernes Haus oder Wohnturm. Entlang der Hauptstraßen sind eine Reihe von weiteren steinernen Kellern dieser Zeit erhalten, die wohl ebenfalls zu einstigen Steinhäusern gehörten. Diese gehörten offensichtlich einem stadtsässigen Patriziat, das ab dem 13. Jh. auch urkundlich belegt ist.

Gewölbekeller des frühen 13. Jh.
Gewölbekeller des frühen 13. Jh.
unter dem Gasthaus "Schwarzes Roß"

Jahrstorfer Haus
Jahrstorfer Haus von 1523

   Erhalten ist noch das Jahrstorfer Haus, in seiner heutigen Form von 1523, aber wohl auf älterer Grundlage.
   In der ersten Hälfte des 13. Jh. erhält die Stadt schließlich eine bis zu 1,60 m starke, aus Buckelquadern bestehende Stadtmauer, die bis auf Wehrgang und Brustwehr weitgehend noch heute erhalten ist.

Stadtmauer
Stadtmauer der 1. Hälfte des 13. Jh.


Die Brauerei im Schwarzen Roß

Grundriß der Brauerei
Grundriß der Brauerei des 16. Jh.

Diese wichtigen Aufschlüsse zur Stadtgeschichte konnten seit 1994 in Grabungen im Gasthaus "Schwarzes Roß" gewonnen werden. Dabei wurde außerdem erstmals in Deutschland eine Brauerei des 16. Jh. ergraben, der Vergleich mit erhaltenen Rechnungsbüchern, in denen das Inventar beim Ankauf 1617 beschrieben ist, erlaubt eine genaue Zuordnung der Teile der Einrichtung [Platz 1996, Platz 1997].

   Erhalten sind die Fundamente zweier Braukessel, die dazugehörigen Kohlekästen, ein runder Brunnen für das Brauwasser sowie die Reste einer zur Brauerei gehörenden Brennerei. Im Rückgebäude der Gaststätte ist ein Museum eingerichtet, in dem die Anlagen schon heute zu besichtigen sind.

Fundamente des Braukessels
Fundamente des Braukessels der Brauerei
des 16. Jh.

           
 
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