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... und Pfalz-Neuburg
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... und Pfalz-Neuburg

Auf Beschluß der Landstände des Herzogtums Pfalz-Neuburg mußte Herzog Philipp Ludwig 1578 die drei Ämter bei der Reichsstadt Nürnberg wieder auslösen. Da bei der protestantischen Pfälzer Linie die "überzähligen" Söhne nicht mehr in kirchliche Ämter vermittelt werden konnten, sicherte man ihr fürstliches Leben durch Abfindung mit kleinen Landesteilen, die bei ihrem Ableben wieder an die Stammlinie zurückfielen. So erhielt Philipp Ludwigs Bruder Otto Heinrich II. die Ämter Hilpoltstein, Heideck, Allersberg und Sulzbach.

Pfalzgräfin Dorothea Maria
Pfalzgräfin Dorothea Maria

   Seine Frau Dorothea Maria von Württemberg erhielt Hilpoltstein als Witwensitz, 1606 nahm sie auf dem Schloß Wohnung. Zu dieser Zeit erfolgten die letzten baulichen Veränderungen (Bauphase 8) [Platz 1998]. Die teilweise noch erhaltene Reitertreppe wurde an die Ringmauer angebaut, Nebengebäude (u.a. Einrichtung einer Badestube) und Palas (Zwischenwände und Kachelöfen) wurden umgebaut.

   Es erfolgte der Bau des Westflügels für "die junckhern und jungen", auch für "die gemeine Schreiberei". Um die Gärten außerhalb der Altstadt bequem von der Burg aus erreichen zu können, ließ die Pfalzgräfin 1611 ein Tor in die östliche Ringmauer der inneren Vorburg einbrechen. Auch die äußere Vorburg wurde umgebaut, spätestens jetzt wurde der Graben der inneren Vorburg aufgefüllt und wohl auch die Barbakane abgebrochen.

Plan der Bauphase 8
Plan der Bauphase 8

   Dorothea Maria lebte hier noch bis 1639 und wurde zur Wohltäterin der Stadt, an sie erinnert noch alljährlich der Einzug beim Schloßfest am ersten Sonntag im August.

Eingang zur Reitertreppe
Eingang zur Reitertreppe


Die Gegenreformation


Der Nordtrakt der Residenz

 

   Herzog Wolfgang Wilhelm war 1613 zum katholischen Glauben übergetreten, seinen protestantisch gebliebenen Bruder Johann Friedrich setzte er 1615 in das Deputat Hilpoltstein ein. Da oben auf der Burg Dorothea Maria wohnte, ließ er unten in der Stadt eine stattliche Residenz mit Wohntrakt, Festsaalgebäude, Häusern für Gäste und Dienerschaft errichten.
   1627 führte Wolfgang Wilhelm die Gegenreformation ein, Johann Friedrich, Dorothea Maria und ihr Hof blieben protestantisch. Während des Dreißigjährigen Krieges hatte diese Glaubensspaltung ihre guten Auswirkungen, doch nach dem Tod von Johann Friedrichs Frau Agnes gab es "weder Hof noch Protestanten" in Hilpoltstein.

   Die Rolle als Residenzstadt blieb eine Episode, und das Erlöschen verschiedener Wittelsbacher Linien und das Erbrecht führten letztlich 1799 alle wittelsbachischen Länder unter Maximilian IV. Joseph zum Kurfürstentum Bayern zusammen [Wurdak 1992].

           
 
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