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Der Burgstall von Lampersdorf
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Die Herren von Stein
Die Ministerialen
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Baiern, Nürnberg ...
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Wanderbeschreibung
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Die Herren von Stein

Nach neuestem Stand der Forschung ist als erster derer von Stein der Reichsministeriale Heinrich 1254 als Reichsbutigler zu Nürnberg belegt. Als solcher war er ein wichtiger Mann mit weitreichenden Kompetenzen. Er war Vorsitzender des Nürnberger Landgerichts, hatte die Vogtei aller wichtigen Reichsklöster der Umgebung, gebot als oberster Zeidelherr über die Nürnberger Reichswälder, ihm unterstand der Nürnberger Reichsschultheiß als oberster Verwaltungschef der Stadt Nürnberg, und ihm unterstand die Reichsmünzstätte in Nürnberg. Damit erscheint der Nürnberger Butigler als wichtigster Reichsministeriale im Nürnberger Land, der mit sonstigen Vollmachten seinen Einfluß auch weit darüber hinaus geltend machen konnte.

Burg von SO
Blick auf Burg Hilpoltstein von SO,
rechts im Wald der massive Erdwall

Burgbrunnen
Blick in den Burgbrunnen

   Heinrich betrieb eine geschickte Familienpolitik. Die Söhne Heinrich und Hermann erbten die Haimburg (bei Neumarkt) und die Burg Breitenstein mit dem Markt Königstein. Zwei andere Söhne, einen weiteren Heinrich und Hilpolt I., verheiratete er mit den Töchtern des einflußreichen Konrad von Sulzbürg.

   Es verwundert daher nicht, daß Heinrich auch eine Rolle in der Politik des Reichs spielte, etwa als er sich 1264 mit Ottokar von Böhmen verbündete.

Heidecker Schloßberg
Blick von Burg Hilpoltstein
zum Heidecker Schloßberg, einem
unserer nächsten Wanderziele

   Aus dem herrschaftlichen Gerichtssiegel des Reichsbutiglers Heinrich entstand auch das Stadtwappen von Hilpoltstein. Es trägt den schwarzen Reichsadler auf goldenem Grund und im Schildhaupt aus dem Familienwappen der Herren von Stein einen weißblauen Balken.
   Hilpolt I. und sein Sohn Hilpolt II. erhielten und vermehrten in der Nachfolge Heinrichs erfolgreich den weit verstreuten Landbesitz. Durch Kauf und Tausch wurde der Besitz auf das Neumarkter Gebiet und Greding konzentriert. Auf "freiem", d.h. eigenem, Gebiet gründeten sie Freystadt. Das von den verwandten Sulzbürgern gegründete Kloster Seligenporten bedachten sie wiederholt mit reichen Stiftungen, ebenso die Klöster Plankstetten und Heilsbronn.

Stadtwappen von Hilpoltstein
Stadtwappen von Hilpoltstein
[Stadt Hilpoltstein]

   Hilpolt III. heiratete 1322 Margarete, die Erbtochter Marquarts von Seefeld und kam so zu umfangreichen Besitzungen im oberen Baiern. Er unterstützte Herzog Ludwig von Baiern in seinen Kriegen mit Geld und mit einer eigenen Streitmacht. Der Herzog war Hilpolt zu Dank verpflichtet für die Hilfe bei der Schlacht von Ampfing (1322), mit der der Streit um die Wahl zum König zwischen Ludwig von Baiern und Friedrich dem Schönen von Österreich für Ludwig entschieden wurde. Hilpolt III. wurde Landeshauptmann und Pfleger von Oberbaiern mit der Macht, alle Ämter und Stellen zu besetzen, das brachte großes Ansehen und wichtige Privilegien. Verwandte von ihm wurden Chorherren und Bischöfe zu Regensburg und Eichstätt. Zusammen mit seinem Sohn Hilpolt IV. gründete Hilpolt III. 1372 zu Stein ein Chorherrenstift.

Besitz der Herren von Stein
Besitz der Herren von Stein
[Wießner 1978]

   Hilpolt IV. war ebenfalls ein treuer und sehr geachteter Gefolgsmann der Wittelsbacher und wurde herzoglich baierischer Kammermeister. Verheiratet mit Margarete von Geroldsegg blieb er kinderlos und starb 1385. Das reiche Hilpoltsteiner Erbe fiel an die Söhne seiner Schwestern, die Gundelfinger und die Hohenfelser [Wießner 1978, Wurdak 1992].

           
 
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