Einführung
Der Anfang der Geschichte
Die Fronten werden abgesteckt
Zerstörung und Wiederaufbau
Die Festung
Die lange Streit und Paul Pfinzing
Die Ausklang
Die Grablege der Gegner
Plan der Burg um 1551
Die Pfinzingkarte
Der Plan der Zollerngruft
Literatur
Wanderbeschreibung
Wanderkarte
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Markgraf Albrecht Alcibiades
  Markgraf Albrecht
  Alcibiades
  [Schuhmann 1989]

Der nächste Krieg

Hundert Jahre später kam es erneut zum Krieg. Markgraf Albrecht Alcibiades, eine schillernde Persönlichkeit, kämpfte in den Kriegen des 16. Jh. um Religion und Souveränität der Fürsten zunächst auf Seiten des Kaisers, schloß sich dann aber den Aufständischen unter Moritz von Sachsen an. Den Friedensschluß erkannte er jedoch nicht an, sondern verwüstete im 2. Markgrafenkrieg auf eigene Faust ganz Franken. Sein unmittelbarer Gegner war Nürnberg, und sein erstes Ziel die Feste Lichtenau.
   1552 belagerte er die Feste, und obwohl diese gut versorgt und besetzt war, übergab sie der Pfleger ohne einen Schuß. Die Anlagen wurden gesprengt und geschleift, der Markt niedergebrannt, das Gericht und die Fraischsäulen - Zeichen des Hochgerichtsbezirks - umgestürzt. Da Alcibiades gegen die Stadt Nürnberg selbst nichts ausrichten konnte, verheerte er ihr Landgebiet, Schäden, von denen sich die Stadt lange nicht erholte. Alcibiades kam in die Reichsacht und wurde von seinem ehemaligen Bundesgenossen Moritz von Sachsen 1553 geschlagen; er starb 1557 im Exil bei seinem Schwager in Baden-Durlach.


Der Wiederaufbau

Konstruktionsplan der  Festung

Der Rat ließ zunächst den Bestand der schwer zerstörten Feste aufnehmen, erst 1557 begann er mit dem Wiederaufbau, zunächst aber nur sehr zögerlich. Schuld waren zum einen die hohen Kosten, zum anderen auch die Furcht vor Konflikten mit den Markgrafen. Der Bau führte denn auch zu ständigen Reibereien und zu vielen Prozessen.
        Konstruktionsplan der Festung Lichtenau, um 1600.
  Der nördliche Kavalier wurde ebenfalls viereckig
  gebaut, der südliche gar nicht [Schwemmer 1980]
 
   Streitpunkt war wie immer die vom Markgrafen beanspruchte Landeshoheit und der Verstoß dagegen durch den Bau der Festung. Endgültig fertiggestellt wurde sie erst 1630, dabei wurde insbesondere in den Jahren zwischen 1590 und 1607 unter Leitung der Stadtbaumeister Wolf Stromer und Jakob Wolff mit besonderem Nachdruck gearbeitet.
   Trotz der langen Bauzeit entstand die Festung aber offenbar nach einem einheitlichen Plan. Bereits 1557 war klar, daß anstelle des quadratischen Baus eine fünfeckige Anlage nach der modernsten italienischen Festungsbautechnik mit fünf großen Bastionen entstehen sollte. Wesentliche Planänderungen waren während der ganzen Bauzeit nicht zu verzeichnen. Da in dieser Zeit keine Verhandlungen mit auswärtigen Baumeistern geführt wurden, ist es wahrscheinlich, daß die Gesamtkonzeption von dem Erbauer der Burgbastionen, Antonio Fazuni stammt, mit dem der Rat schon 1538 wegen der Modernisierung verhandelte [Neumann 1988, Schwemmer 1980].
           
 
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