Einführung
Der Anfang der Geschichte
Die Fronten werden abgesteckt
Zerstörung und Wiederaufbau
Die Festung
Die lange Streit und Paul Pfinzing
Die Ausklang
Die Grablege der Gegner
Plan der Burg um 1551
Die Pfinzingkarte
Der Plan der Zollerngruft
Literatur
Wanderbeschreibung
Wanderkarte
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Die weitere Geschichte

Kirche von Lichtenau
   Die Kirche von Lichtenau
 

Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Festung zunächst mehrfach zwischen Kaiserlichen und Nürnbergern, bis König Gustav Adolf im Juli 1632 Lichtenau zu einem strategischen Angelpunkt seiner Stellung im Rücken von Wallensteins Armee bei seiner Schlacht um die Alte Veste machen wollte. Doch Lichtenau wurde kampflos an eine baierische Abteilung übergeben und Gustav Adolfs Pläne somit zunichte gemacht. Erst 1633 konnten Schweden und Nürnberger die Festung zurückerobern, in den folgenden Jahren hielt sie sich unter einer Nürnberger Besatzung gegen die Kaiserlichen.
   Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam nur noch einmal eine feindliche Streitmacht vor Lichtenau. Im Verlauf der Kriege Ludwigs XIV. drang 1688 ein französischer Verband bis in das Fürstentum Ansbach vor. Der Pfleger Haller ließ die Festung in Verteidigungszustand versetzen. Eine Aufforderung zur Übergabe sandte er ungeöffnet zurück mit der Bemerkung, er verstehe kein Französisch, wolle die Antwort aber "auf gut deutsch mit Pulver und Blei" geben. Nach einem Schußwechsel zogen sich die Franzosen zurück [Schwemmer 1980].
   Um freies Schußfeld zu haben, wurde dabei die Kirche abgebrochen. Erst 1724 konnte ein Neubau eingeweiht werden. Es ist ein sehr beachtenswerter Spätbarockbau mit einer eleganten Stuckausstattung des in Nürnberg tätigen Antonio Polli.

Inneres der Kirche von Lichtenau
   Inneres der Kirche von
   Lichtenau [Schwemmer
   1980
]

   Von da an stand die Festung, trotz wiederholter Durchzüge von Truppen, nicht mehr im Mittelpunkt kriegerischer Ereignisse. Zusammen mit der Reichsstadt Nürnberg wurde sie am 15. Sept. 1806 dem Königreich Bayern eingegliedert.
   Schon 1807 wurde in ihr ein Zuchthaus eingerichtet und das Innere weitgehend umgebaut, die Bastionen aufgestockt, Seitenflügel an das Schloß und eine Anstaltskirche eingebaut. Ab 1927 wurde die Festung dann mehrfach als Erziehungsanstalt genutzt, in den Zeiten dazwischen stand sie leer.

Festung Lichtenau im 19. Jh.
   Die Festung Lichtenau als
   Gefängnis im 19. Jh. [Hruschka 1987]

   Von 1973 bis 1983 wurde sie umfassend saniert und der ursprüngliche Bauzustand wieder hergestellt. Seither beherbergt sie eine Außenstelle des Staatsarchivs Nürnberg. Hier lagern vor allem Notariatsakten, weiter Akten von Behörden des Bundes und des Lands Bayern, allein im Hauptgebäude 500 Tonnen auf 11500 Regalmetern [Neumann 1988, Schwemmer 1980]


Der Markt Lichtenau

Der Marktort hatte unter den Auseinandersetzungen um die Festung noch mehr zu leiden als diese selbst. Er wurde mehrfach niedergebrannt und wieder aufgebaut, mit einer Umwallung und zum Schluß auch mit einer Mauer umgeben, von der noch zwei Tore stehen; neben dem Oberen Tor im Süden sind noch Reste der Mauer und des Grabens zu erkennen. Das Ansbacher Tor neben der Festung trägt das Wappen des Marktes: Unter dem Adler und den rot-weißen Sparren des Nürnberger Lands die rot-weiß-blauen Querbalken der Herren von Heideck.

Ansbacher Tor in Lichtenau
   Ansbacher Tor in
   Lichtenau

           
 
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