Einführung
Der Anfang der Geschichte
Die Fronten werden abgesteckt
Zerstörung und Wiederaufbau
Die Festung
Die lange Streit und Paul Pfinzing
Die Ausklang
Die Grablege der Gegner
Plan der Burg um 1551
Die Pfinzingkarte
Der Plan der Zollerngruft
Literatur
Wanderbeschreibung
Wanderkarte
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Die Grablege der Gegner

Am Ende unser Wanderung wollen wir noch den Ort besuchen, an dem die Gegenspieler Nürnbergs in den Auseinandersetzungen um Lichtenau ihre letzte Ruhe gefunden haben.
   Die ursprüngliche Grablege der fränkischen Hohenzollern war ihr Hauskloster Heilsbronn, dessen Münster und Grabstätten jedoch 1631 von Tillyschen Soldaten geplündert und zerstört worden waren. Markgraf Albrecht V. richtete daher 1660 die künftige Grablege in Ansbach unter dem Chor der Stadtpfarrkirche St. Johannis ein. Im Lauf der Jahrhunderte wurden die Särge durch die schlechten Umgebungsbedingungen stark beschädigt; 1976 wurden sie daher in das Gewölbe unter dem Chor der Stiftskirche St. Gumbertus verlegt, wo die Bedingungen für ihre Erhaltung besser waren. Die Restaurierung der Sarkophage ist bis heute nicht abgeschlossen.
   Hier sind - fast - alle Mitglieder der Ansbacher Markgrafenfamilie seit 1643 bestattet. Ihre Sarkophage spiegeln die künstlerische und geistige Entwicklung wider von den kraftvoll dekorierten Sarkophagen der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg über die prunkvollen Denkmäler des Hochbarock bis zu den schlichten Särgen der Aufklärung [Schuhmann 1989]. Einige wichtige Denkmäler sollen hier hervorgehoben werden, einen Plan der Gruft finden Sie auf der nächsten Seite.
   Albrecht V. (Reg. 1639 - 1667) erwarb sich große Verdienste um den Wiederaufbau des zerstörten Landes nach dem Dreißigjährigen Krieg. In seine Zeit fällt die Aufnahme österreichischer Glaubensflüchtlinge aus dem Landl ob der Enns. Der wuchtige Zinnsarkophag ist am Deckel beiderseits mit Wappenkartuschen geziert, mächtige Löwenköpfe halten die Tragringe in Schlangenform. Sarg von Albrecht V.
   Georg Friedrich d. J. ( Reg. 1694 - 1703) erlangte nach dem frühen Tod seiner Brüder bereits mit 16 Jahren die Markgrafenwürde. Doch auch er starb im Alter von nur 25 Jahren 1703 an einer Verwundung, die er als kaiserlicher General im Spanischen Erbfolgekrieg in der Schlacht bei Schmidmühlen erhalten hatte. Am Kopfende präsentiert ein Putto das Bild des Verstorbenen, die Längsseiten zeigen Szenen aus der Schlacht bei Schmidmühlen. Sarg von Georg Friedrich d. J.
   Sein Halbbruder Wilhelm Friedrich (Reg. 1703 - 1723) war der letzte, der einen prunkvollen vergoldeten Sarkophag erhielt; dieser beherrscht das Bild der Fürstengruft. Unter ihm wurde der barocke Umbau des Schlosses begonnen, ihm und seiner Gemahlin Christiane Charlotte von Württemberg verdankt die Barockstadt Ansbach im wesentlichen ihr heutiges Aussehen. Das Kopfende schmückt ein von Putten gehaltenes Porträtmedaillon, am Fußende ruht auf einem Kissen der Fürstenhut. In diesem Sarkophag kommt die Ausdruckskraft des späten Barock voll zur Geltung. Sarg von Wilhelm Friedrich
   Sein Sohn und Nachfolger Carl Wilhelm Friedrich (Reg. 1726 - 1757), der ihm dieses Denkmal setzte, ist selbst bereits in einem schlichten, mit schwarzem Samt überzogenen Sarkophag bestattet. Bekannt als "Wilder Markgraf", ist er ein Beispiel für die spätbarocke absolutistische Auffassung eines Fürsten. Der wirtschaftliche Auf- und Ausbau und die Wohlfahrt des Landes lagen ihm sehr am Herzen. Doch mit der gleichen Großzügigkeit führte er einen barocken Lebensstil, etwa seine Affairen und die aufwendige Falknerei. Das Scheitern der Ehe dieses impulsiven Charakters mit Friederike Louise, der Schwester Friedrichs des Großen, war vorgezeichnet. 1757 starb er mit 47 Jahren am Schlaganfall, Friederike überlebte ihn bis 1784 und ist neben ihm bestattet.

Sarg von Carl Wilhelm Friedrich
   Sarg des Markgrafen Carl Wilhelm
   Friedrich (links), daneben der seiner
   Mutter Christiane Charlotte
   [alle Bilder: Schuhmann 1989]
 

   Nicht mehr hier bestattet ist der letzte Markgraf Carl Alexander (Reg. 1757 - 1791). Er regierte im Sinn eines aufgekärten Absolutismus, sanierte die Staatsfinanzen und kümmerte sich um den Ausbau der Landwirtschaft. Seine Ehe blieb kinderlos, 1791 verkaufte er die fränkische Markgrafschaft an das preußische Königshaus und zog sich mit seiner zweiten Frau Lady Craven nach England zurück, wo er auf seinem Landsitz Benham on Speen begraben ist.
   Ebenfalls nicht in der Fürstengruft begraben ist Sophia, die zweite Gemahlin Markgraf Georg Friedrichs, die 1639 starb. Ihr Grabmahl, 1649 errichtet, steht im Chor der Lorenzkirche in Nürnberg, und so schließt sich der Bogen zu unserem Ausgangspunkt in den Auseinandersetzungen um die territorialen Rechte in Franken.
           
 
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