Die aktuelle Wanderung führt Sie auf dem Mühlensteig von Sengenthal, einem Ort kurz hinter Neumarkt, nach Sulzbürg. Auf dem Weg reiht sich eine Mühle an die andere, in denen früher die Wasserkraft der Sulz ausgenützt wurde: Ölkuchenmühle, Schmidmühle, Gollermühle, Kastenmühle, Schlierfmühle, Birkenmühle, Braunmühle. Die Kraft des Wassers wurde nicht nur zum Mahlen von Mehl, sondern zu jeder Art von vorindustrieller Tätigkeit genutzt, so z.B. zur Ölgewinnung aus Leinsamen; der Preßrückstand wurde als Viehfutter verwendet. Heute sind die meisten Mühlen außer Betrieb, teils zu Fremdenverkehrsbetrieben umgewandelt, einige liefern mit ihren Turbinen noch Strom ins Netz.
Der Schloßberg oberhalb von Sulzbürg war schon in vorgeschichtlicher Zeit (Steinzeit, Bronze- und Eisenzeit) besiedelt und befestigt, die Funde befinden sich im Landlmuseum. Im Mittelalter war Sulzbürg das Zentrum einer reichsunmittelbaren Herrschaft, die bis über den Dreißigjährigen Krieg hinaus bestand und erst 1740 an Kurbayern kam. Aus dieser Unabhängigkeit resultiert auch ein kirchengeschichtliches Kuriosum: Sulzbürg war eine evangelische Insel inmitten der katholischen Oberpfalz. Erst mit dem Übergang an Bayern bildete sich auch eine katholische Gemeinde; das Ergebnis sind die zwei Kirchen auf dem Schloßbergplateau, die heute das weithin sichtbare Wahrzeichen von Sulzbürg bilden.
Ein weiteres Ergebnis der Selbständigkeit war die Judengemeinde, die seit dem Mittelalter bestand. Von dem Weg der jüdischen Viehhändler zum Viehmarkt nach Neumarkt hat der Judensteig seinen Namen, der uns zu unserem Ausgangspunkt zurückbringt.
Ein kulturgeschichtliche Besonderheit ist die einzige in unserer Gegend noch erhaltene Felsenwohnung, eine in den Sandsteinfelsen geschlagene Höhle, die bis in die dreißiger Jahre als Wohnraum genutzt wurde.
Geologisch interessant ist das Pandurenloch, eine der seltenen Höhlen im Eisensandstein, sowie die eiszeitlichen Dünenzüge, die sich im Tal der Sulz noch erhalten haben.
 
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